4,5 Monate Schweiz am Stück - also, mit nur kurzen Unterbrechungen - sind genug, jetzt ist ne Woche Heimaturlaub angesagt. Also Rückblick, was ist seit dem letzten Eintrag passiert?
- Probezeit ist vorbei
In der Schweiz dauert die Probezeit nur 3 Monate. Das Gespräch zum Ende dieser 3 Monate verlief durchweg positiv, man ist froh, daß ich da bin. Also darf ich weiter in der Schweiz arbeiten, bin in Teilbereichen sogar schon alleine verantwortlich und die erste Dienstreise zeichnet sich auch ab.
- Himmelfahrt und Pfingsten
Zu Himmelfahrt (Auffahrt, wie man in der Schweiz sagt) bot es sich an, eine Brücke zu nehmen. Also einen Brückentag (noch was, was die Schweizer anders nennen). Und wenn man da ne Freundin in der Nähe hat, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, kann man die ja mal besuchen. Das ganze wurde dann zu nem gegenseitigen Besuch und bevor ich hier noch ewig erzählen, einfach eine Aufreihung von Stichpunkten, was wir so gesehen haben: Vorarlberger Berge, Damüls, Thüringerberg, Sonntag und Satteins (das sind tatsächlich Orte!), den Flughafen in Friedrichshafen (putziges Teil, ca. 50 Meter von Ankunft zu Abflug), den Flughafen Zürich (ne etwas größere Hausnummer), Zürich und Baden, ein sehr gutes Fonduerestaurant und und und.
Fortsetzung am Pfingstwochenende mit Shopping in Zürich und Flughafen Altenrhein (nein, wir sind nicht flugzeugbegeistert, wie kommt man auf den Gedanken?)
- ich hab nen Fernseher
nach zwei Jahren hab ich tatsächlich mal wieder nen Fernseher mit Anschluß. ist auch gar nciht so groß, nur 40 Zoll Bilddiagonale... Man gönnt sich ja sonst nichts.
- Föhnwetter
letzte Woche gab's dann schön warmes Wetter. Also, mehr warm als schön, denn Föhn ist irgendwie eklige Luft. Das Gewitter, das man für den Montag abend sich gewünscht, wurde für Mittwoch angesagt und kam am Donnerstag dann dafür mit aller Macht. Daß vom Donner die Scheiben wackeln und daß das Wasser unterm Türrahmen der Balkontür durch drückt, zeigt die Wucht denke ich ganz gut.
- und jetzt eben Urlaub zuhause.
Was macht man da so? Zum Beispiel Gewitter beobachten, sich mit der Feuerwehr auf Jubiläen rumtreiben und da fast zu Tode schwitzen oder nen Einsatz abarbeiten. Den Tag auf der O-Nass-Is verbringen und sich dabei nen Sonnenbrand einfangen (gut, wenn man nen Bruder mit Boot hat :) ) - und alles weitere wird man sehen, wie Woche ist ja erst halb rum.
Mittwoch, 4. Juni 2008
Dienstag, 15. April 2008
Saksalaiset, Tervetuola Suomeen!*
* Deutsche, Willkommen in Finnland!
Kaum in der Schweiz angekommen, zieht's mich auch schon wieder ins Ausland. Nicht, weil es in der Schweiz so schrecklich ist, sondern weil sich die Möglichkeit kurzfristig und kostengünstig und mit der Aussicht auf jede Menge Spaß ergeben hat.
Wie schafft mensch sowas? Ganz einfach: Mit offenen Augen durch das Leben und das Internet marschieren und dann noch als Jugendgruppenleiter fungieren.
Also flugs mal 2,5 Tage freigenommen, damit man nach Berlin fliegen kann, nach einem Pizzaabend mit Steffi und Peter dort mit der Gruppe zusammentreffen und am nächsten Morgen ab nach Padasjoki. Das ist ein Ort in Finnland, der 3'500 Einwohner hat und etwa 150 Kilometer nördlich von Helsinki liegt. Klingt nach Dorf und wie man bei Ankunft feststellt, trügt dieser Eindruck. Die Jugendbildungsstätte liegt zwar auf dem Gebiet der Gemeinde Padasjoki, allerdings ist das Gemeindegebiet ziemlich weitläufig . Das zeigt sich darin, daß die Unterkunft 5 km von der nächsten asphaltierten Straße entfernt mitten im Wald liegt und man von der Straßenkreuzung nochmal knapp 5 km bis zum Ort braucht.
In der Unterkunft kann man sich entscheiden, ob man das standardmäßige Zimmer drinnen mit allem Komfort oder die Hütte draußen mit Strom- aber ohne Wasseranschluß wählt. Das heißt, man wählt entweder die "große grüne Toilette" - wie der Finne selbst sagt - oder das paaskahusi (eine Art Plumpsklo deluxe). Entgegen aller Erwartungen der Finnen hat sich die Hälfte unserer Gruppe, also knapp 10 Leute, für die Hütte entschieden - darunter auch ich.
Der Durchgang in der Mitte ist offen, zur linken und zur rechten je ein Schlafzimmer mit 2 Betten. Innendrin eine einfache Ausstattung mit Elektroheizung, aber man war ja auch nicht zum Schlafen da. In der ersten Nacht hat sich das noch damit bewahrheitet, daß die Heizung gegen halb 6 ausfiel. Bei Außentemperaturen von ca. 0°C ist das jetzt nicht so der Bringer. Aber ok, das wurde repariert und in den nächsten Nächsten gab's trotzdem nicht viel Schlaf.
Das war aber eher der intensiven Begegnung mit der finnischen Kultur geschuldet. Will heißen: Saunagänge und die Verkostung diverser finnischer Biere sowie von Salmiakki (Lakritzschnaps mit 32 %) und Terva (Teerschnaps). Zum klassischen Saunagang gehört die Abkühlung im Eiswasser und dafür wurde dann erstmal das kuusimopo angeworfen. (Dieses Wort haben wir kurzerhand mal ins Finnische gebracht, es ist die wörtliche Übersetzung für das Fichtenmoped :D ). Das Ergebnis sah dann so aus:
Man sieht schon, daß es nicht ganz warm ist und war in Finnland. Genaugenommen hat letzte Woche erst das Tauwetter begonnen und der viele Schnee sowie die Eisdicke täuschen ein wenig darüber hinweg, daß es sich um einen milden finnischen Winter handeln soll...
Sauna ist in Finnland traditionell eine ruhige Angelegenheit und die Aufgüsse finden öfter statt als man das vielleicht aus deutschen Wellnessbädern oder so gewohnt ist. Nämlich ziemlich exakt alle 3 Minuten. An letztere Tradition haben wir uns gehalten, an die Stille eher weniger und auch das Aufgußwasser wurde des öfteren "veredelt", z.B. mit Bier oder in einem Fall auch Grillsoße - wer auch immer auf diese Idee gekommen ist, ich war es nicht und bin mir sicher, die Damen nach uns hatten ihren Spaß daran, zu riechen wie Dönerbude im Vollbrand...
Die Damen kamen nach uns, da in Finnland bei aller Offenheit die gemischte Sauna fast ausschließlich im privaten Rahmen durchgeführt wird und auch nur mit sehr guten Freunden.
Der eigentliche Zweck des Ausfluges kam aber auch nicht zu kurz und so hatten wir Workshops zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten in der Jugendarbeit in Finnland und Deutschland. Die Verständigung klappte größtenteils auf Englisch, aber einige Gruppenspiele und Partylieder sorgten für erste Kenntnisse in Finnisch und zumindest ich sehe jetzt den fehlenden Wortschatz als größtes Problem an - die Sprache ist eigentlich logisch (Minun nieminne oon jänis - Mein Name ist Hase).
Die vier Tage gingen viel zu schnell vorbei, obwohl ich schon mit nur 9 Stunden Schlaf alles dafür getan habe, nichts zu verpassen... Ich werde wieder nach Finnland fahren, soviel ist sicher - und wer kann es mir angesichts dieses schönen Sonnenuntergangs verdenken?
Mit weniger Wolken wäre er noch schöner gewesen, aber man kann ja nicht beim ersten mal alles haben... Also, wer kommt mit? Ich verspreche auch, daß wir nicht mit Air Berlin fliegen - da ist mir zu wenig Platz im Flieger ;)
Kaum in der Schweiz angekommen, zieht's mich auch schon wieder ins Ausland. Nicht, weil es in der Schweiz so schrecklich ist, sondern weil sich die Möglichkeit kurzfristig und kostengünstig und mit der Aussicht auf jede Menge Spaß ergeben hat.
Wie schafft mensch sowas? Ganz einfach: Mit offenen Augen durch das Leben und das Internet marschieren und dann noch als Jugendgruppenleiter fungieren.
Also flugs mal 2,5 Tage freigenommen, damit man nach Berlin fliegen kann, nach einem Pizzaabend mit Steffi und Peter dort mit der Gruppe zusammentreffen und am nächsten Morgen ab nach Padasjoki. Das ist ein Ort in Finnland, der 3'500 Einwohner hat und etwa 150 Kilometer nördlich von Helsinki liegt. Klingt nach Dorf und wie man bei Ankunft feststellt, trügt dieser Eindruck. Die Jugendbildungsstätte liegt zwar auf dem Gebiet der Gemeinde Padasjoki, allerdings ist das Gemeindegebiet ziemlich weitläufig . Das zeigt sich darin, daß die Unterkunft 5 km von der nächsten asphaltierten Straße entfernt mitten im Wald liegt und man von der Straßenkreuzung nochmal knapp 5 km bis zum Ort braucht.
In der Unterkunft kann man sich entscheiden, ob man das standardmäßige Zimmer drinnen mit allem Komfort oder die Hütte draußen mit Strom- aber ohne Wasseranschluß wählt. Das heißt, man wählt entweder die "große grüne Toilette" - wie der Finne selbst sagt - oder das paaskahusi (eine Art Plumpsklo deluxe). Entgegen aller Erwartungen der Finnen hat sich die Hälfte unserer Gruppe, also knapp 10 Leute, für die Hütte entschieden - darunter auch ich.
Das war aber eher der intensiven Begegnung mit der finnischen Kultur geschuldet. Will heißen: Saunagänge und die Verkostung diverser finnischer Biere sowie von Salmiakki (Lakritzschnaps mit 32 %) und Terva (Teerschnaps). Zum klassischen Saunagang gehört die Abkühlung im Eiswasser und dafür wurde dann erstmal das kuusimopo angeworfen. (Dieses Wort haben wir kurzerhand mal ins Finnische gebracht, es ist die wörtliche Übersetzung für das Fichtenmoped :D ). Das Ergebnis sah dann so aus:
Sauna ist in Finnland traditionell eine ruhige Angelegenheit und die Aufgüsse finden öfter statt als man das vielleicht aus deutschen Wellnessbädern oder so gewohnt ist. Nämlich ziemlich exakt alle 3 Minuten. An letztere Tradition haben wir uns gehalten, an die Stille eher weniger und auch das Aufgußwasser wurde des öfteren "veredelt", z.B. mit Bier oder in einem Fall auch Grillsoße - wer auch immer auf diese Idee gekommen ist, ich war es nicht und bin mir sicher, die Damen nach uns hatten ihren Spaß daran, zu riechen wie Dönerbude im Vollbrand...
Die Damen kamen nach uns, da in Finnland bei aller Offenheit die gemischte Sauna fast ausschließlich im privaten Rahmen durchgeführt wird und auch nur mit sehr guten Freunden.
Der eigentliche Zweck des Ausfluges kam aber auch nicht zu kurz und so hatten wir Workshops zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten in der Jugendarbeit in Finnland und Deutschland. Die Verständigung klappte größtenteils auf Englisch, aber einige Gruppenspiele und Partylieder sorgten für erste Kenntnisse in Finnisch und zumindest ich sehe jetzt den fehlenden Wortschatz als größtes Problem an - die Sprache ist eigentlich logisch (Minun nieminne oon jänis - Mein Name ist Hase).
Die vier Tage gingen viel zu schnell vorbei, obwohl ich schon mit nur 9 Stunden Schlaf alles dafür getan habe, nichts zu verpassen... Ich werde wieder nach Finnland fahren, soviel ist sicher - und wer kann es mir angesichts dieses schönen Sonnenuntergangs verdenken?
Mittwoch, 2. April 2008
Meine Wohnung
So, die eigene Wohnung ist bezogen und ein paar weitere Wochen vorüber. Die ersten Einschätzungen haben sich soweit bestätigt, die Arbeit gefällt und so langsam denke ich, bin ich hier komplett angekommen.
Und solche Aussicht hab ich nciht mal eine Minute von der Haustür entfernt. Zusammen mit Supermarkt, Bushaltestelle und allem anderen, was man grad so braucht. nur Kneipen hat's in diesem eigenemeindeten Stadtteil nicht. Aber dafür kann man auch mal in die Innenstadt fahren. Bilder von da gibt's auch irgendwann.
Der Schrei nach Bildern kam auf, also will ich dem mal Folge leisten:
In diesem farbenfrohen Bauwerk ist meine Wohnung zu finden. Zum Glück nur von außen so bunt, sonst würde ich wohl auf Dauer einen zuviel kriegen. Saniert 2006, aber das war wohl nur die Farbe außen, innen sieht's eher nach dem echten Baujahr aus (1984).
Am Parkett kann man das noch ein bißchen sehen, aber das wird nächste Woche zum Glück noch mal abgeschliffen. Vielleicht sieht's danach auch etwas schöner aus. Was da so mitten im Bild steht, füllt auch das Wohnzimmer ähnlich gut aus und ist meine neue Sitzecke für den Spottpreis von fast 1500 € - man hat's ja, als Teil der arbeitenden Bevölkerung... Zur rechten läßt sich der Balkon erahnen, im Hintergrund mein kombinierter Eß-, Videoguck-, und Computertisch und zur linken würde sich bei einer Panoramaaufnahme der Flur sowie die Küchenecke anschließen. Das Schlafzimmer ist hinter mir - muß ja auch nicht jeder sehen...

In diesem farbenfrohen Bauwerk ist meine Wohnung zu finden. Zum Glück nur von außen so bunt, sonst würde ich wohl auf Dauer einen zuviel kriegen. Saniert 2006, aber das war wohl nur die Farbe außen, innen sieht's eher nach dem echten Baujahr aus (1984).
Am Parkett kann man das noch ein bißchen sehen, aber das wird nächste Woche zum Glück noch mal abgeschliffen. Vielleicht sieht's danach auch etwas schöner aus. Was da so mitten im Bild steht, füllt auch das Wohnzimmer ähnlich gut aus und ist meine neue Sitzecke für den Spottpreis von fast 1500 € - man hat's ja, als Teil der arbeitenden Bevölkerung... Zur rechten läßt sich der Balkon erahnen, im Hintergrund mein kombinierter Eß-, Videoguck-, und Computertisch und zur linken würde sich bei einer Panoramaaufnahme der Flur sowie die Küchenecke anschließen. Das Schlafzimmer ist hinter mir - muß ja auch nicht jeder sehen...
Und solche Aussicht hab ich nciht mal eine Minute von der Haustür entfernt. Zusammen mit Supermarkt, Bushaltestelle und allem anderen, was man grad so braucht. nur Kneipen hat's in diesem eigenemeindeten Stadtteil nicht. Aber dafür kann man auch mal in die Innenstadt fahren. Bilder von da gibt's auch irgendwann.
Mittwoch, 30. Januar 2008
Die ersten Tage in der Schweiz
Schweiz - ein Land voller Berge, wo die Leute komisch sprechen, den ganzen Tag Käse und Schokolade futtern und sich wenn ihnen langweilig ist, auf ein oder zwei Brettern den Berg hinunterstürzen. Sonst machen sie nicht viel, schließlich halten sie sich aus jedem Ärger raus und so wahnsinnig schnell sind sie ja auch nicht.
Soviel zu den Vorurteilen. Mal gucken, was ich in den ersten Tagen (mittlerweile sind's ja schon zwei Wochen) hier so mitbekommen hab.
Berge: sind hier im norden der Schweiz zum Glück nicht so wahnsinnig hoch. Das Dorf, wo ich bin liegt auf etwa 400 m. Aber Ausblick ohne Berg gibt's hier wirklich gar nicht... (Okay, gelogen, wenn ich im Büro ausm Fenster guck, seh ich nur andere Gebäude, aber gleich dahinter wären eh wieder Berge)
Schokolade: gibt's hier echt im Übermaß, regalweise geradezu. Aber ziemlich konservativ, vor allem Vollmilch und gemäßigtes Zartbitter (also max. 70%) und dazu natürlich Toblerone allerorten - ganz neu ist mir erst so'ne Art Trauben-Nuß-Toblerone ins Auge gefallen. So ganz kann ich den Hype um Schweizer Schoki allerdings nicht nachvollziehen, denn gute Schokolade bekommt man in Deutschland ungefähr zum gleichen Preis.
Käse: Was bei uns Edamer und Gouda, sind hier Gruyére, Emmentaler und Appenzeller - die reinste Standardware. Soll mich aber nicht stören, Gruyére ist so gut wie immer im Angebot und das reicht mir ja vollkommen hin. Ein Käsefondue hab ich noch nicht gegessen, aber auch das wird kommen.
Die Sprache: Allerdings so'n Kapitel für sich. So richtig Deutsch können sie nicht, die Schweizer und auch beim Englisch hapert's ein wenig. Andere Sprachen versteh ich selbst nicht gut genug, um das beurteilen zu können. Allein schon die Zahlen: nü, üün, zwü, drü, füür, foif, sechs (mit Betonung auf dem ch), sübi, acht (wieder das ch), nün... und so gut wie jedes u im Englischen wird als ö gesprochen: "Fire fighting pömp" - aber gut, man kriegt wenigstens meistens mit, was sie wollen und sie geben sich ja auch Mühe, verständlich zu sprechen. Ich frag mich aber immer noch, was passiert, wenn ich mal ne Runde Platt schnacke. Vielleicht verstehen die das sogar...
Geschwindigkeit: An sich sollen die Schweizer ja langsam sein und das spiegelt sich auf der Straße auch wieder: Auf der Autobahn max. 120 km/h, außerorts 80 Bei der Arbeit hingegen sind sie's, wie ich ja im vorherigen Beitrag schon geschrieben hab.
Überhaupt Straßenverkehr: Busfahren ist hier attraktiv, weil recht günstig, der Bus hält auch ungefähr alle 300 m, Parkplätze gibt's ja eh nicht und durch die Busspuren ist man damit auch schneller als mitm Auto. Aber wenn man doch mal Auto fährt, heißt's aufpassen - wehe man ist zu schnell: 5 drüber geht ja noch ohne, aber bei den nächsten 5 sind's 40 Franken und danach schon 150. Da will man auch gar nicht mehr schnell sein. Bei Gelb über die Ampel oder gar bei rot - was ich hier beides schon geschafft hab, aber hoffentlich, ohne daß noch ein Brief kommt - ist so'n Wagnis: Gelb gibt 150 Franken Strafe, Rot gänzlich 250 und einen Monat Fahrverbot. Und das sind die Strafen für Ersttäter...
Was gab's sonst noch? Kulinarische Erfahrungen der ersten zwei Wochen:
Bis zum nächsten mal
Soviel zu den Vorurteilen. Mal gucken, was ich in den ersten Tagen (mittlerweile sind's ja schon zwei Wochen) hier so mitbekommen hab.
Berge: sind hier im norden der Schweiz zum Glück nicht so wahnsinnig hoch. Das Dorf, wo ich bin liegt auf etwa 400 m. Aber Ausblick ohne Berg gibt's hier wirklich gar nicht... (Okay, gelogen, wenn ich im Büro ausm Fenster guck, seh ich nur andere Gebäude, aber gleich dahinter wären eh wieder Berge)
Schokolade: gibt's hier echt im Übermaß, regalweise geradezu. Aber ziemlich konservativ, vor allem Vollmilch und gemäßigtes Zartbitter (also max. 70%) und dazu natürlich Toblerone allerorten - ganz neu ist mir erst so'ne Art Trauben-Nuß-Toblerone ins Auge gefallen. So ganz kann ich den Hype um Schweizer Schoki allerdings nicht nachvollziehen, denn gute Schokolade bekommt man in Deutschland ungefähr zum gleichen Preis.
Käse: Was bei uns Edamer und Gouda, sind hier Gruyére, Emmentaler und Appenzeller - die reinste Standardware. Soll mich aber nicht stören, Gruyére ist so gut wie immer im Angebot und das reicht mir ja vollkommen hin. Ein Käsefondue hab ich noch nicht gegessen, aber auch das wird kommen.
Die Sprache: Allerdings so'n Kapitel für sich. So richtig Deutsch können sie nicht, die Schweizer und auch beim Englisch hapert's ein wenig. Andere Sprachen versteh ich selbst nicht gut genug, um das beurteilen zu können. Allein schon die Zahlen: nü, üün, zwü, drü, füür, foif, sechs (mit Betonung auf dem ch), sübi, acht (wieder das ch), nün... und so gut wie jedes u im Englischen wird als ö gesprochen: "Fire fighting pömp" - aber gut, man kriegt wenigstens meistens mit, was sie wollen und sie geben sich ja auch Mühe, verständlich zu sprechen. Ich frag mich aber immer noch, was passiert, wenn ich mal ne Runde Platt schnacke. Vielleicht verstehen die das sogar...
Geschwindigkeit: An sich sollen die Schweizer ja langsam sein und das spiegelt sich auf der Straße auch wieder: Auf der Autobahn max. 120 km/h, außerorts 80 Bei der Arbeit hingegen sind sie's, wie ich ja im vorherigen Beitrag schon geschrieben hab.
Überhaupt Straßenverkehr: Busfahren ist hier attraktiv, weil recht günstig, der Bus hält auch ungefähr alle 300 m, Parkplätze gibt's ja eh nicht und durch die Busspuren ist man damit auch schneller als mitm Auto. Aber wenn man doch mal Auto fährt, heißt's aufpassen - wehe man ist zu schnell: 5 drüber geht ja noch ohne, aber bei den nächsten 5 sind's 40 Franken und danach schon 150. Da will man auch gar nicht mehr schnell sein. Bei Gelb über die Ampel oder gar bei rot - was ich hier beides schon geschafft hab, aber hoffentlich, ohne daß noch ein Brief kommt - ist so'n Wagnis: Gelb gibt 150 Franken Strafe, Rot gänzlich 250 und einen Monat Fahrverbot. Und das sind die Strafen für Ersttäter...
Was gab's sonst noch? Kulinarische Erfahrungen der ersten zwei Wochen:
- Bier können die Schweizer nciht, hier gibt's fast nur wäßriges Lager, Pils heißt Spezialbier, ist aber dadurch nicht unbedingt besser (ich trinke selbst importiertes aus BaWü...)
- Bio ist hier so ziemlich alles, was man kaufen kann - vielleicht auch ein Grund, warum das mehr kostet als in Deutschland...
- Brot können sie, aber Körnerbrot scheint hier so beliebt nicht zu sein, da ist die Auswahl nicht so groß. Aber es geht...
- In der Kantine bekommt man so einiges, was man selbst im Restaurant nicht überall bekommt. Außergewöhnliches der letzten Tage: letzten Freitag Känguruh, Montag Schwertfisch, gestern Fohlenhüftsteak - überhaupt gibt's hier oft Pferd und das ist sogar günstiger als Rindfleisch... Alles sehr lecker, auch wenn Schwertfisch wirklich sehr fest ist und ein wenig faserig, aber auf jeden Fall ne Erfahrung. und solche Menüs gibt's für unter 10 Euro. Muß man auch erstmal schaffen
Bis zum nächsten mal
Ein Neuanfang
Einige Zeit ist seit dem letzten Post vergangen und einiges hat sich auch getan. Nachdem nun ein wenig Ruhe eingekehrt ist, also mal wieder eine Rückmeldung.
Was hat der Dezember noch so gebracht? Eine Wohnungsauflösung, die schön unspektakulär von statten ging. Danach ein paar Tage Asyl in einer supernetten WG, die aus diesem Grund auch nochmals beehrt wurde - und hoffentlich bald wieder wird? Mal schauen. Weihnachten mit den Eltern und Silvester mit lauter Freunden. Selten hatte ich soviel Spaß am letzten Tag des Jahres, dafür danke an alle und by the way: Steffen, ich warte auf Bilder! ;) Die nächsten Tage blieb ich der Einfachheit halber in der WG und hab dann am 6.1. meinen Abschied gefeiert. Leider sind nicht alle meiner Einladung gefolgt, aber ich hab mich trotzdem über jeden Einzelnen tierisch gefreut - und besonders über die Abschiedsgeschenke. Freunde sind echt was tolles :D
Tja, dann ging's nach Hause und da wollte ich eigentlich noch ein paar ruhige Wochen bei meinen Eltern verbringen und meine Blaulichtauto-Bilder in Ruhe hochladen, nachdem die Seite wieder online ist. Aber wie so oft im Leben hält sich eben jenes nicht an die eigenen Pläne. und so bekam ich am Geburtstag meines Vaters dann ein tolles Geschenk: Arbeitsbeginn am 15.1. und nicht wie geplant am 1.2.. Ein Glück, daß die Firma eine Wohnungsvermittlung mit privaten Kontakten an der Hand hat, sonst hätte ich ziemlich doof dagestanden - will sagen: noch mehr als so schon... Aber wer täte das nciht, wenn zwischen Nachricht und Arbeitsantritt nur 6 Tage liegen und auch noch gute 900 km bewältigt werden müssen?
Also fix Sachen zusammengeräumt - die waren zwar noch vom Umzug eingepackt, aber natürlich nicht so, wie man sie nun brauchen könnte. Zumal mein S40 ja nunmal alles andere ist als ein T5... Irgendwie paßte aber alles wichtige rein und so ging's mit Zwischenstopp in MD (dreimal dürft ihr raten, wo ich da wieder war) über die A14, A9, A6, A8, A81 und ein paar Bundesstraßen nach Koblenz. Nicht das in Rheinland-Palatinien, sondern von Waldshut gesehen auf der anderen Seite des Rheins.
Noch knapp ne Viertelstunde und schon hatte ich mein vorläufiges Ziel erreicht: Untersiggenthal im Kanton Aargau, von wo ich jetzt auch diese Zeilen schreibe. Herzlich aufgenommen worden, von einer Dame, die auch "normales" Deutsch spricht in einem Zimmer mit fast allem Luxus, das Wasserbett soll als Beispiel reichen.
Und was die nächsten Tage so passierte, davon später mehr...
Was hat der Dezember noch so gebracht? Eine Wohnungsauflösung, die schön unspektakulär von statten ging. Danach ein paar Tage Asyl in einer supernetten WG, die aus diesem Grund auch nochmals beehrt wurde - und hoffentlich bald wieder wird? Mal schauen. Weihnachten mit den Eltern und Silvester mit lauter Freunden. Selten hatte ich soviel Spaß am letzten Tag des Jahres, dafür danke an alle und by the way: Steffen, ich warte auf Bilder! ;) Die nächsten Tage blieb ich der Einfachheit halber in der WG und hab dann am 6.1. meinen Abschied gefeiert. Leider sind nicht alle meiner Einladung gefolgt, aber ich hab mich trotzdem über jeden Einzelnen tierisch gefreut - und besonders über die Abschiedsgeschenke. Freunde sind echt was tolles :D
Tja, dann ging's nach Hause und da wollte ich eigentlich noch ein paar ruhige Wochen bei meinen Eltern verbringen und meine Blaulichtauto-Bilder in Ruhe hochladen, nachdem die Seite wieder online ist. Aber wie so oft im Leben hält sich eben jenes nicht an die eigenen Pläne. und so bekam ich am Geburtstag meines Vaters dann ein tolles Geschenk: Arbeitsbeginn am 15.1. und nicht wie geplant am 1.2.. Ein Glück, daß die Firma eine Wohnungsvermittlung mit privaten Kontakten an der Hand hat, sonst hätte ich ziemlich doof dagestanden - will sagen: noch mehr als so schon... Aber wer täte das nciht, wenn zwischen Nachricht und Arbeitsantritt nur 6 Tage liegen und auch noch gute 900 km bewältigt werden müssen?
Also fix Sachen zusammengeräumt - die waren zwar noch vom Umzug eingepackt, aber natürlich nicht so, wie man sie nun brauchen könnte. Zumal mein S40 ja nunmal alles andere ist als ein T5... Irgendwie paßte aber alles wichtige rein und so ging's mit Zwischenstopp in MD (dreimal dürft ihr raten, wo ich da wieder war) über die A14, A9, A6, A8, A81 und ein paar Bundesstraßen nach Koblenz. Nicht das in Rheinland-Palatinien, sondern von Waldshut gesehen auf der anderen Seite des Rheins.
Noch knapp ne Viertelstunde und schon hatte ich mein vorläufiges Ziel erreicht: Untersiggenthal im Kanton Aargau, von wo ich jetzt auch diese Zeilen schreibe. Herzlich aufgenommen worden, von einer Dame, die auch "normales" Deutsch spricht in einem Zimmer mit fast allem Luxus, das Wasserbett soll als Beispiel reichen.
Und was die nächsten Tage so passierte, davon später mehr...
Samstag, 1. Dezember 2007
...oder auch nicht...
Was wäre das Leben, wenn immer alles so klappte, wie man sich's denkt? Vielleicht einfacher, aber es gäbe auch weniger zu schreiben.
Internet hab ich in meiner Wohnung zwar letzt liegen, aber nicht nutzbar. Aus irgendeinem Grund kann ich über meine Verbindung nur wenige Seiten aufrufen, darunter google.de, o2online.de und pressportal.de - das war's und Links verfolgen haut auch so gut wie gar nicht hin. Die Hotline weiß auch schon nicht mehr weiter, hat aber bis Montag Abhilfe in Aussicht gestellt. Ich bin ja mal gespannt. Wenn's nichts wird, kriegt O2 seinen Kram eben zurück und braucht dann auch nicht auf Geld von mir hoffen.
Geh ich halt noch ein paarmal ins Internetcafé... Da gibt's in Meschede ein sehr gutes, genannt "Das Netz"
Gekündigt hätte ich den Kram eh ziemlich zügig wieder, denn das im letzten Eintrag erwähnte zweite Vorstellungsgespräch hat auch noch Früchte getragen und so zieht's mich Anfang des nächsten Jahres in die Schweiz und da wird dann mal richtig Geld verdient. Der jetzige Chef ist zwar nicht grad begeistert, daß ich schon wieder gehe, aber that's life.
Bis dahin steht noch einiges auf dem Programm: Wohnung auflösen, neue Wohnung suchen, mein ganzes Zeug organisieren und wegräumen und noch so einige Veranstaltungen mit Freunden und/oder webuni - ich bin schon gespannt, wie ich das schaffe. Aber irgendwie wird das schon, denn offenbar hab ich mein Mitte-des-Jahres-Tief überwunden und es geht wieder aufwärts.
Internet hab ich in meiner Wohnung zwar letzt liegen, aber nicht nutzbar. Aus irgendeinem Grund kann ich über meine Verbindung nur wenige Seiten aufrufen, darunter google.de, o2online.de und pressportal.de - das war's und Links verfolgen haut auch so gut wie gar nicht hin. Die Hotline weiß auch schon nicht mehr weiter, hat aber bis Montag Abhilfe in Aussicht gestellt. Ich bin ja mal gespannt. Wenn's nichts wird, kriegt O2 seinen Kram eben zurück und braucht dann auch nicht auf Geld von mir hoffen.
Geh ich halt noch ein paarmal ins Internetcafé... Da gibt's in Meschede ein sehr gutes, genannt "Das Netz"
Gekündigt hätte ich den Kram eh ziemlich zügig wieder, denn das im letzten Eintrag erwähnte zweite Vorstellungsgespräch hat auch noch Früchte getragen und so zieht's mich Anfang des nächsten Jahres in die Schweiz und da wird dann mal richtig Geld verdient. Der jetzige Chef ist zwar nicht grad begeistert, daß ich schon wieder gehe, aber that's life.
Bis dahin steht noch einiges auf dem Programm: Wohnung auflösen, neue Wohnung suchen, mein ganzes Zeug organisieren und wegräumen und noch so einige Veranstaltungen mit Freunden und/oder webuni - ich bin schon gespannt, wie ich das schaffe. Aber irgendwie wird das schon, denn offenbar hab ich mein Mitte-des-Jahres-Tief überwunden und es geht wieder aufwärts.
Samstag, 24. November 2007
Update
Tja, was ist passiert die letzte zeit? Eigentlich nicht viel. Bewerbungen geschrieben, Absagen oder auch gar keine Antwort bekommen und tatsächlich zwei Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Eine davon hat zum Erfolg geführt und so bin ich nach Meschede umgezogen. Und wie das dann so ist wenn man umzieht, habe ich erstmal kein Internet in meiner Wohnung. in Kürze ändert sich das und noch einiges mehr und dann gibt's mal wieder etwas mehr Update.
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